Wichtige Personen : Abstammung des Menschen

Abstammung des Menschen

EUR 4,00


Ein echter Klassiker - Dieses Werk ist in seiner geschichtlichen Bedeutung ein echter Klassiker. Stellte doch erstmals ein Autor von einigem Gewicht die Frage, wie der Mensch ohne göttliches Eingreifen zu dem wurde, was er ist. das Buch sollte man einfach gelesen haben, denn es hat bis heute nichts von seiner Brisanz und Aktualität eingebüßt. Man wird schnell feststellen, dass die wenigsten seiner heutigen Kritiker Darwin auch nur ansatzweise gelesen haben.

Sollte man gelesen haben... - Zu den großen (und ärgerlichen) Problemen vieler Diskussionen um die Evolutionstheorie und die Evolution des Menschen gehört, dass gerade auch manche sehr laute Stimme das Originalwerk von Darwin nie meinte lesen zu müssen. So entsteht der Flüsterpost-Effekt: man hat gehört, Darwin habe gelehrt, dass... und sagt das also weiter.Natürlich: Darwin hat vor mehr als einen Jahrhundert veröffentlicht, ihm fehlten manche Kenntnisse (z.B. Genetik) und einige Annahmen erwiesen sich auch als einfach falsch (z.B. die Übernahme des malthusschen Bevölkerungesetzes). Darwin wußte das und behauptete nie Unfehlbarkeit. Auch springt er manchmal zwischen Themen und Begriffen, so dass sich Einzelaspekte (in meinem Fall z.B. Fundstellen zu Evolution und Religion(en)) über das ganze Buch verstreuen. Insgesamt aber hat sich sein Werk erstaunlich gut und frisch gehalten und der aufmerksame Leser wird viele Stellen finden, die erst in der heutigen Zeit aufgegriffen und verstanden werden (z.B. Gruppenselektion u.ä.). Für mich war es z.B. ein Aha-Erlebnis, wie außerordentlich vielseitig und differenziert Darwin das Phänomen Religion diskutiert - und wie holzschnittartig er dagegen (vor allem, aber nicht nur in US-Debatten) immer wieder präsentiert wird.Mein Tip: Wer öffentlich über die Evolution des Menschen diskutiert, sollte Darwins Abstammung mindestens einmal durchgelesen und interessierende Stellen markiert haben. Die Qualität mancher Debatten und Fragestellungen würde davon profitieren!

Ein bedeutendes Werk - zweifellos - Über die Bedeutung dieses Buches besteht kein Zweifel und nach historischen Maßstäben ist es bahnbrechend.Allerdings sollte es auch hauptsächlich danach beurteilt werden und nicht nach seinem wissenschaftlichen Gehalt aus heutiger Sicht. Denn viele Ansichten, die dort vertreten werden, sind bestenfalls als überholt zu bezeichnen. So spiegeln Aussagen etwa über den Musik-Geschmack verschiedener Menschen-Rassen oder über die geistigen Fähigkeiten von Frauen eher den gesellschaftlichen Hintergrund des Autors als biologische Tatsachen wieder. Auch ist die Vermutung, dass auch erworbene Eigenschaften weitervererbt werden schlichtweg falsch.Ein weiteres Problem bilden die zahlreichen Erklärungen mittels geschlechtlicher Zuchtwahl, da sie das Problem nur verschieben: So behauptet der Autor, dass z.B. Pfauenhähne aufgrund des Geschmacks der Weibchen immer bunter geworden sind, bleibt aber dann die Antwort schuldig, warum dieser Geschmack gerade so und nicht anders aussieht.

Nicht vollständig - Ein nützlicher Hinweis für Leute, die sich dieses Buch anschaffen möchten. Die Ausgabe des Fischer Taschenbuch Verlags ist wesentlich gekürzt. Die ersten sieben Kapitel sind komplett wiedergegeben, dann folgt unversehens ‘Zusammenfassung und Schluss’. Hinten in den Anmerkungen liest man unter ‘Zusammenfassung und Schluss’: ‘Entspricht dem Kapitel 21 des 2. Teiles der vorliegenden englischen Ausgabe.’ - Ob die ersten sieben Kapitel die wichtigsten sind, kann ich nicht beurteilen, ich habe keine Vergleichsmöglichkeiten. Die alte Übersetzung von Heinrich Schmidt ist abgesehen vom gekürzten Text einfach und flüssig lesbar. Was einzig gewisse Schwierigkeiten bereiten kann, ist die lateinische Namensgebung zahlreicher Affengattungen. Aber der Nichtwissenschaftler, der neugierig darauf ist, zu erfahren, was für Überlegungen sich dieser Mann machte, braucht diese Affen im einzelnen nicht näher zu kennen, es wird ja erklärt, was sie voneinander unterscheidet. Es ist erstaunlich, wie ideenreich argumentiert wird, auch, wie der Verfasser ehrlich und selbstkritisch zahlreiche Bedenken und Einwände gegen die eigenen Überzeugungen vorbringt. Jemandem, der etwa gerne Romane oder Krimis mit einem gewissen literarischen Mindestanspruch liest, darf gesagt sein, dass er sich dieses Buch mühelos vornehmen kann und möglicherweise einige Überraschungen erleben wird.

Der Mensch in der Evolutionstheorie - Charles Darwins Buch Über die Entstehung der Arten war 1859 ein Paukenschlag, wie es ihn in der Geschichte der Wissenschaft vorher und nachher kaum je gegeben hat. Seither spielt sich praktisch jede Diskussion unter Biologen vor dem Hintergrund der Evolutionstheorie ab. Zahlreiche Wissenschaftler machten sich Darwins Thesen rasch zu Eigen und vertraten sie energisch, während die Gegnerschaft sich vor allem aus weltanschaulichen Motiven speiste. Darwins Evolutionstheorie wurde, ohne dass er diese Möglichkeit besonders betont hätte, sofort auch auf den Menschen bezogen - und naturgemäß war dies der Punkt, an dem sich die Geister am erbittertsten schieden. Erst zwölf Jahre nach seinem Hauptwerk veröffentlichte Darwin Die Abstammung des Menschen. Das Buch ist die Anwendung der Evolutionstheorie auf den Menschen, aber Darwin erklärt darin nicht nur die physische Abstammung, sondern auch und sogar vorwiegend die des Verhaltens. Das Buch handelt vor allem davon, was den Menschen vom Tier unterscheidet und wo Ähnlichkeiten bestehen. Daher kann es zum Großteil auch vom heutigen Leser mit Gewinn gelesen werden. Darwin nimmt eine Einsicht vorweg, die sich erst in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt hat: Der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist auf keinem Gebiet ein grundsätzlicher, sondern stets nur ein gradueller.




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