
(zu) schülerfreundlich? - Wie die gesamte Reihe Latein Lektüre aktiv glänzt auch dieser Band durch fundierte, in der Regel interessant gestaltete Kommentare zur Realienkunde. Einziger, meines Erachtens gravierender, Haken ist die gepriesene Schülerfreundlichkeit, die sich leicht als ein Schuß nach hinten erweisen kann. Diese Schülerfreundlichkeit besteht nämlich darin, Vokabel des Grundwortschatzes (als Beispiel seien hier nur tempto 1, ut, magistratus etc. angeführt) anzugeben, die eigentlich schon gekonnt werden müßten, was die Lernfaulheit in Sachen Vocabular anregt und schließlich dazu führt, daß der Grundwortschaft kontinuierlich abnimmt (was ich am eigenen Leibe erfahren mußte). Darüber hinaus werden im Textkommentar stellenweise Konstruktionen erläutert, die ebenfalls gekonnt werden müßten (konsekutive und finale Relativsätze u. dgl.). Der Hinweis:Der Konjunktiv bleibt unübersetzt trägt dabei nicht wirklich zum Textverständnis bei. Fazit: Ein vielleicht gutgemeinter Versuch, Latein so einfach wie möglich zu gestalten, der aber leider als ein fehlgeschlagener gewertet werden muß. Allein die Kommentare zur Realienkunde und eine interessante Textauswahl (Ausschnitte aus Erasmusens Querela Pacis und aus Gaudium et spes finden sich ebenfalls in diesem Band) haben letztlich die Bewertung von drei Sternen bewirkt.